Dass Stadtschulratspräsidentin Brandsteidl in ihrem Pressegespräch zum Thema 'Schulstart' Lehrerstreichungen im Pflichtschulbereich leugnet, ist ein Affront gegen Wiens Schüler/innen. Fakt ist, dass in Wien - ausgerechnet im selbst ausgerufenen Jahr der Bildung - Lehrer/innen eingespart werden: in Summe 300 (160 im abgelaufenen, 140 im kommenden Schuljahr). Die SPÖ betreibt, unterstützt von den Grünen, Zukunftsraub an Wiens Kindern. Bezeichnend dafür ist auch, dass Bürgermeister Häupl - obwohl als Teilnehmer angekündigt - der Pressekonferenz fern blieb.
"Es wäre hoch an der Zeit, Bildung in Wien zur Chefsache zu machen, angesichts der desaströsen Daten des Wiener Bildungssystems, die zuletzt auch durch das WIFO bestätigt wurden. Wien befindet sich bildungspolitisch auf dem Abstellgleis."
Wiens Kinder leiden enorm unter der Sparpolitik auf ihrem Rücken. Das einstige Bestreben der Stadtschulratspräsidentin, wonach bis Weihnachten eine deutliche Verbesserung bei der Lesekompetenz der Schülerinnen und Schülern eintreten sollte, ist wohl angesichts der Einsparungen als ein frommer Wunsch ans Christkind zu bezeichnen.
Der Wiener Lesetest hat gezeigt, dass Wiens Schüler/innen erhebliche Probleme im Lesen haben. Zwischen 20 und 25 Prozent können kaum oder nur schlecht bzw. nicht sinnerfassend lesen. Der Vorschlag von Stadtschulratspräsidentin Brandsteidl, die besonders leseschwache Schüler/innen aus dem Regelunterricht nehmen will, kann aber nicht der Weisheit letzter Schluss sein.
Am Ende der Volksschule müssen die Kinder ausreichend lesen, schreiben und rechnen können. Klubobfrau Christine Marek fordert, den Lesetest in der dritten und siebten Schulstufe (statt wie bislang in der vierten und achten) durchzuführen, um gezielt am Schulstandort noch gegensteuern zu können.
"Selbst Brandsteidl musste heute zugeben, dass viele leseschwache Schüler/innen nach der achten Schulstufe verloren gehen. Hier muss man den Wiener Lesetest noch einmal überdenken."
Wiens Kinder haben sich eine solche Politik nicht verdient. Keinem Wiener Schüler ist damit geholfen, wenn die bestehenden Probleme unter den Teppich gekehrt werden. Das bald beginnende Schuljahr sollte nicht wieder ungenutzt vorüber gehen - Zeit, sich der zahlreichen Baustellen anzunehmen.